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Übungsmaterial · Sprechen Teil 1

B1 sich vorstellen: telc B1 Sprechen Teil 1 mit Fragen und Beispiel

Sich vorstellen in telc B1 Sprechen Teil 1 heißt: nicht vortragen, sondern ins Gespräch kommen. Dieser Teil von telc Deutsch B1 (Zertifikat Deutsch) heißt offiziell „Einander kennenlernen⁠“, oft auch „Kontaktaufnahme⁠“: Sie sprechen etwa 3 Minuten mit Ihrem Gegenüber, stellen sich vor, fragen zurück und reagieren auf das Gesagte. Er wird bereits bewertet. Alle Fragen, Antworten und Dialoge hier haben wir selbst geschrieben – es sind keine offiziellen Prüfungsaufgaben.

B1 Sprechen ist ein unabhängiges Übungsangebot und nicht mit der telc gGmbH, dem Goethe-Institut, dem BAMF oder der g.a.s.t. verbunden. telc ist eine Marke der telc gGmbH; der Name dient hier nur zur Beschreibung der Prüfung. Alle Fragen, Antworten und Dialoge auf dieser Seite haben wir selbst erstellt.

ca. 3 Min.
Teil 1, Gespräch zu zweit
15 Punkte
maximal in Teil 1 (von 75)
Stichpunkte
auf dem Blatt nur Anregungen
+ 1 Thema
können die Prüfenden ergänzen
01Thema 1 · Thema 2 · Thema 3 · Thema 4

Vier typische Themen: Beispielfragen und Antworten

Welche Stichpunkte auf Ihrem Aufgabenblatt stehen, sehen Sie erst in der Vorbereitung. Laut offiziellem Übungstest 1 sind sie nur Anregungen: Sie dürfen auch über anderes sprechen, und die Prüfenden können ein zusätzliches Thema ansprechen. Die vier Bereiche unten sind unsere eigene Auswahl – Themen, die beim Kennenlernen fast immer vorkommen, keine offiziellen Vorgaben. In 3 Minuten schaffen Sie nicht alle; üben Sie trotzdem jeden, damit Sie überall zwei, drei Sätze und eine Rückfrage parat haben. Danach folgen ein Beispieldialog, Redemittel zum Nachfragen und Reagieren, typische Fehler und eine Übung für allein.

  1. unser Richtwert: 30–⁠60 Sekunden

    Thema 1 · Herkunft & Wohnort

    Woher kommen Sie? Wo wohnen Sie?

    Der typische Einstieg: Name, Herkunft, wo Sie jetzt wohnen und seit wann. Mehr als ein Satz lohnt sich – sagen Sie, wie es Ihnen dort gefällt, und geben Sie dann die Frage weiter.

    • „Woher kommen Sie ursprünglich?⁠“ – „Ich komme aus Porto, das ist eine Stadt im Norden von Portugal. Seit drei Jahren wohne ich in Kassel.⁠“
    • „Wie gefällt es Ihnen in Kassel?⁠“ – „Ganz gut. Kassel ist grün und ruhig, und mit dem Fahrrad bin ich überall schnell. Nur der Winter ist mir zu grau.⁠“
    • „Warum sind Sie nach Deutschland gekommen?⁠“ – „Wegen der Arbeit. Mein Mann hat hier eine Stelle bekommen, und ich bin mitgekommen.⁠“
    • Rückfrage: „Und Sie? Wohnen Sie schon lange hier?⁠“
  2. unser Richtwert: 30–⁠60 Sekunden

    Thema 2 · Familie

    Wohnen Sie allein oder mit Familie?

    Mit wem Sie leben, ob Sie Kinder oder Geschwister haben, wie Sie Kontakt zur Familie halten. Erzählen Sie nur, was Sie erzählen möchten – ein kurzer Satz und eine Gegenfrage bringen das Gespräch schon weiter.

    • „Haben Sie Familie hier in Deutschland?⁠“ – „Ja, ich wohne mit meiner Frau und unserer Tochter zusammen. Sie ist sechs und geht seit dem Sommer in die Schule.⁠“
    • „Wie oft sehen Sie Ihre Familie in der Heimat?⁠“ – „Leider nur einmal im Jahr, meistens im August. Dazwischen telefonieren wir fast jeden Sonntag per Video.⁠“
    • „Haben Sie Geschwister?⁠“ – „Ja, einen älteren Bruder. Er lebt noch in Krakau und hat ein kleines Restaurant.⁠“
    • Rückfrage: „Und wie ist das bei Ihnen – ist Ihre Familie auch hier?⁠“
  3. unser Richtwert: 30–⁠60 Sekunden

    Thema 3 · Arbeit & Ausbildung

    Was machen Sie beruflich?

    Beruf, Ausbildung oder Studium, was Ihnen daran gefällt und was schwierig ist. Hier können Sie gut zeigen, dass Sie etwas begründen und von Plänen erzählen können.

    • „Was machen Sie beruflich?⁠“ – „In meiner Heimat war ich Krankenpflegerin. Im Moment arbeite ich als Pflegehelferin in einem Altenheim, weil meine Ausbildung hier noch nicht anerkannt ist.⁠“
    • „Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?⁠“ – „Vor allem der Kontakt mit den Menschen. Anstrengend sind die Schichten, besonders die Nachtdienste.⁠“
    • „Was möchten Sie in ein paar Jahren machen?⁠“ – „Ich möchte wieder als Pflegefachkraft arbeiten, am liebsten auf einer Kinderstation.⁠“
    • Rückfrage: „Und was machen Sie? Arbeiten Sie auch in Ihrem früheren Beruf?⁠“
  4. unser Richtwert: 30–⁠60 Sekunden

    Thema 4 · Freizeit & Sprachenlernen

    Hobbys, Deutsch lernen, Pläne

    Was Sie in Ihrer freien Zeit machen, wie und warum Sie Deutsch lernen. Gut für Gemeinsamkeiten: Fast alle in der Prüfung haben Erfahrungen mit dem Deutschlernen.

    • „Was machen Sie gern in Ihrer Freizeit?⁠“ – „Am Wochenende gehe ich oft wandern, und im Sommer schwimme ich gern im See.⁠“
    • „Seit wann lernen Sie Deutsch?⁠“ – „Seit ungefähr zwei Jahren. Zuerst mit einer App, dann in einem Abendkurs an der Volkshochschule.⁠“
    • „Was finden Sie am Deutschen schwierig?⁠“ – „Die Artikel! Und wenn jemand schnell Dialekt spricht, verstehe ich oft nur die Hälfte.⁠“
    • „Wofür brauchen Sie das B1-Zertifikat?⁠“ – „Für meine Ausbildung. Danach möchte ich auch noch B2 machen.⁠“
    • Rückfrage: „Wie lernen Sie Deutsch – eher im Kurs oder allein?⁠“
02

Beispieldialog: So kann Teil 1 klingen

Ein Beispiel von uns, gekürzt auf etwa eine Minute. Achten Sie darauf, wie beide immer wieder eine Frage zurückgeben und an das Gesagte anknüpfen. Wer von Ihnen beiden anfängt, ist nicht festgelegt – im Übungstest ist der Ablauf nur als Beispiel beschrieben. Am Ende spricht die Prüferin ein zusätzliches Thema an; das ist erlaubt.

  • A: „Hallo, ich bin Mariana. Ich komme aus Brasilien und wohne seit einem Jahr in Leipzig. Und Sie?⁠“
  • B: „Freut mich. Ich heiße Tomasz und komme aus Polen. Leipzig? Da hat meine Schwester studiert! Was machen Sie beruflich?⁠“
  • A: „Ich arbeite in einer Apotheke, vor allem an der Kasse und im Lager. Die Kunden sind nett, aber die Namen der Medikamente sind kompliziert! Und was machen Sie?⁠“
  • B: „Ich mache eine Ausbildung zum Elektroniker, jetzt im zweiten Jahr. Die Arbeit gefällt mir, aber die Berufsschule auf Deutsch ist ziemlich schwer.⁠“
  • A: „Das glaube ich. Was ist denn für Sie am schwierigsten?⁠“
  • B: „Die Fachwörter – so wie bei Ihnen die Medikamente. Aber von meinen Kollegen lerne ich viel. Wie haben Sie eigentlich Deutsch gelernt?⁠“
  • A: „Mit Serien und in einem Sprachcafé. Am meisten hilft mir aber die Arbeit – da muss ich den ganzen Tag sprechen.⁠“
  • Prüferin: „Erzählen Sie doch bitte noch etwas über Ihre Pläne für die Zukunft.⁠“
  • B: „Gern. Nach der Ausbildung möchte ich in Deutschland bleiben und vielleicht später den Meister machen. Haben Sie auch schon Pläne?⁠“
  • A: „Den Meister? Das ist ein gutes Ziel. Ich möchte nächstes Jahr eine Ausbildung in der Apotheke anfangen – deshalb bin ich heute hier!⁠“

Beispieldialog von B1 Sprechen, keine offizielle Prüfungsaufgabe.

03

Redemittel: zurückfragen, nachfragen, reagieren

In Teil 1 zählt das Gespräch zwischen Ihnen beiden. Im offiziellen Übungstest heißt es: „Nachfragen und gegenseitige Hilfestellungen werden positiv bewertet.⁠“ (Quelle: Zertifikat Deutsch / telc Deutsch B1, Übungstest 1, 13. Aufl. 2020, © telc gGmbH) Diese Wendungen haben wir für Sie zusammengestellt:

  • Zurückfragen:„Und Sie?⁠“„Und wie ist das bei Ihnen?⁠“„Was ist mit Ihnen – arbeiten Sie auch hier?⁠“
  • Nachfragen:„Wie meinen Sie das genau?⁠“„Seit wann machen Sie das schon?⁠“„Wie sind Sie dazu gekommen?⁠“
  • Interesse zeigen:„Ach, wirklich?⁠“„Das klingt spannend.⁠“„Das kann ich mir gut vorstellen.⁠“
  • Gemeinsamkeiten und Unterschiede:„Das geht mir genauso.⁠“„Da haben wir etwas gemeinsam.⁠“„Bei mir ist das ganz anders: …⁠“
  • An Gesagtes anknüpfen: „Sie haben vorhin gesagt, dass Sie Kinder haben. Wie alt sind sie?⁠“
  • Das Thema wechseln:„Darf ich Sie noch etwas anderes fragen?⁠“„Und was machen Sie, wenn Sie frei haben?⁠“
  • Nicht verstanden:„Entschuldigung, das habe ich nicht ganz verstanden.⁠“„Können Sie das bitte noch einmal sagen?⁠“
  • Zeit gewinnen: „Hm, gute Frage – lassen Sie mich kurz überlegen.⁠“
04

Typische Fehler beim Sich-Vorstellen in Teil 1

Viele lernen einen Text „Ich über mich⁠“ auswendig und sagen ihn in der Prüfung am Stück auf. Die Aufgabe ist aber, sich gegenseitig kennenzulernen: sich vorstellen und Fragen stellen. Darauf sollten Sie achten:

  • Auswendig gelernter Monolog: eine Minute ohne Pause, und Ihr Gegenüber kommt nicht zu Wort. Besser: zwei, drei Sätze, dann eine Frage.
  • Nur antworten, nie fragen: Wer keine Frage stellt, lässt einen Teil der Aufgabe weg – zur Aufgabe gehört ausdrücklich, Fragen zu stellen.
  • Verhör statt Gespräch: Frage an Frage, ohne auf die Antworten zu reagieren. Erst kurz reagieren („Oh, das ist ja weit weg!⁠“), dann weiterfragen.
  • Ein-Wort-Antworten: „Ja.⁠“ oder „Aus Syrien.⁠“ Hängen Sie ein Detail oder einen Grund an – mit weil, deshalb oder seit.
  • Notizen ablesen: Ihre Notizen aus der Vorbereitung dürfen Sie mitnehmen, sollen sie im Gespräch aber nicht ablesen.
  • Beim Zusatzthema blockieren: Spricht die Prüferin oder der Prüfer ein neues Thema an, reichen ein einfacher, ehrlicher Satz und eine Frage an Ihr Gegenüber.
05

Wie Teil 1 bewertet wird

Laut Übungstest 1 bringt Teil 1 höchstens 15 der 75 Punkte der mündlichen Prüfung. Bewertet wird nach vier Kriterien: Ausdrucksfähigkeit, Aufgabenbewältigung und formale Richtigkeit (jeweils bis zu 4 Punkte) sowie Aussprache und Intonation (bis zu 3 Punkte). Die beiden Prüfenden bewerten zuerst jeweils für sich und einigen sich danach auf eine gemeinsame Endbewertung.

B1 Sprechen vergibt keine Punkte, sagt kein Prüfungsergebnis voraus und bewertet Ihre Aussprache nicht.

06

Allein üben: 3 Minuten aufnehmen

Ohne Tandempartner fehlt die zweite Person – mit dieser Übung trainieren Sie trotzdem das Wichtigste: kurz antworten und zurückfragen, ohne Zettel und mit der Uhr im Nacken.

  • Schreiben Sie die Fragen von dieser Seite auf Karten. Mischen Sie, ziehen Sie eine Karte und antworten Sie in zwei, drei Sätzen.
  • Hängen Sie an jede Antwort laut eine Rückfrage an – auch wenn niemand antwortet.
  • Stellen Sie einen Timer auf 3 Minuten und nehmen Sie sich mit dem Handy auf.
  • Ziehen Sie zwischendurch eine Überraschungskarte, als würden die Prüfenden ein Zusatzthema ansprechen, zum Beispiel: „Was kochen Sie gern?⁠“
  • Hören Sie die Aufnahme an: Wo haben Sie länger als etwa 30 Sekunden am Stück gesprochen (unser Richtwert)? Wo fehlte eine Frage? Notieren Sie drei Sätze, die Sie beim nächsten Mal anders sagen möchten.
07

Warum Redemittel allein nicht reichen

Fragen, Antworten und Redemittel helfen erst, wenn Sie sie laut sagen, in der Zeit und mit einem Gegenüber, das wirklich reagiert – mit Rückfragen, die Sie vorher nicht kennen. Darauf ist die telc-Simulation von B1 Sprechen ausgelegt: Eine KI-Prüferin oder ein KI-Prüfer moderiert, eine KI-Gesprächspartnerin oder ein KI-Gesprächspartner reagiert auf Sie, und danach sollen Sie Feedback zu Ihren eigenen Sätzen und die Aufnahme zum Nachhören bekommen.

B1 Sprechen ist ein unabhängiges Übungsangebot. Alle Aufgaben und Themen darin schreiben wir selbst.

08

Häufige Fragen zu telc B1 Sprechen Teil 1

01Welche Fragen kommen in telc B1 Sprechen Teil 1?

Auf dem Aufgabenblatt stehen Stichpunkte, die laut Übungstest 1 nur Anregungen sind – Sie dürfen auch über anderes sprechen, und die Prüfenden können ein zusätzliches Thema ansprechen. Eine feste Fragenliste gibt es also nicht. Ein offizielles Beispiel-Aufgabenblatt finden Sie im Übungstest auf der Prüfungsseite von telc; die Fragen auf dieser Seite haben wir selbst geschrieben.

02Soll ich eine Vorstellung auswendig lernen?

Lieber nicht als Text. Lernen Sie Bausteine – zwei, drei Sätze pro Thema und passende Rückfragen –, damit Sie auf Ihr Gegenüber reagieren können. Notizen aus der Vorbereitung dürfen Sie mitnehmen, sollen sie im Gespräch aber nicht ablesen.

03Kann ich mich in der Vorbereitungszeit auf Teil 1 vorbereiten?

Ja. In den 20 Minuten Vorbereitung bekommen Sie alle Aufgabenblätter, also auch das für Teil 1. Notizen machen Sie nur auf dem gestempelten Papier des Prüfungszentrums, nicht auf dem Aufgabenblatt. Unser Vorschlag: Teil 2 ca. 8 Minuten, Teil 3 ca. 7, Teil 1 ca. 2 – für drei, vier Fragen, die Sie Ihrem Gegenüber stellen möchten –, und die letzten ca. 3 Minuten zum Durchsehen.

04Was mache ich, wenn mein Gegenüber kaum etwas sagt?

Helfen Sie mit einer offenen Frage oder einer Auswahl weiter („Wohnen Sie lieber in der Stadt oder auf dem Land?⁠“), ohne das Gespräch allein zu führen. Laut Übungstest greift die moderierende Person vor allem dann ein, wenn jemand sehr viel redet, die andere Person kaum zu Wort kommt oder das Gespräch stockt.

05Ist das dasselbe wie „sich vorstellen⁠“ beim Goethe-Zertifikat B1 oder im DTZ?

Nein. Beim Goethe-Zertifikat B1 gibt es am Anfang nur eine kurze Begrüßung und Vorstellung, die nicht bewertet wird; Teil 1 ist dort „Gemeinsam etwas planen⁠“. Der Deutsch-Test für Zuwanderer (DTZ) ist eine eigene Prüfung, die seit 2023 von der g.a.s.t. organisiert wird; sein Teil 1 heißt „Über sich sprechen⁠“ und folgt eigenen Regeln. Diese Seite behandelt nur telc Deutsch B1 (Zertifikat Deutsch) für Erwachsene.

Simulation für telc Deutsch B1: in Vorbereitung

Unsere Simulation für telc Deutsch B1 ist in Vorbereitung – derzeit nicht verfügbar. Einen Termin nennen wir nicht. Ein Konto können Sie bereits anlegen.

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